Gestuet Webelsgrund
Besamungsstation

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Hengstpräsentation am 4. 3. 2007

Checkpoint   Lord Luciano

Die Webelsgrunder Hengstschau 2007, ein voller Erfolg!

Die Rahmenbedingungen, unter denen die diesjährige Hengstschau auf dem Gestüt Webelsgrund abgehalten wurde, waren vorbildlich: Bei strahlendem Vorfrühlingswetter und vor vollen Zuschauerrängen präsentierten sich die Webelsgrunder Vererber in Bestform.

Zum Auftakt betrat als Botschafter für "Trakehner weltweit" der fünfjährige LORD LUCIANO (Z.u.B.: Debra Tyler, Benson/USA) die Bühne. Der charmante und stets leistungsbereite Enrico Caruso-Sohn unterstrich einmal mehr seine ausgeprägte Sportlichkeit, mit der er bereits anlässlich seiner Körung in Wickrath viele Herzen erobert hatte. In einer kleinen Freispringdemonstration stellte er hervorragende Technik, vorbildliche Bascule und vor allem eine bewundernswerte Arbeitseinstellung unter Beweis.

Über dem Sprung folgte ihm der statiöse CHECKPOINT (Z.: Julia Voigtländer, Berlin). Der prämierte Polarpunkt-Sohn ist zu einem imponierenden Beschälermodell herangereift. In seiner Männlichkeit, seinem Adel und seinen bedeutenden Linien verkörpert er hohe Zuchtqualität. Seine Stärken liegen im Springsport, was er eindrucksvoll über höchste Höhen demonstrierte. Von seiner durchschlagenden Vererbung hinsichtlich einer Verbesserung von Rahmen, Größe und Substanz konnten sich die Zuschauer anhand seines einjährigen Sohnes aus der Schwarze Schwalbe II v. Arogno, dem man gern Hengstanwärterschaft attestiert, einen Eindruck verschaffen. Ebenso imponierend in ihren bedeutenden Körperpartien seine Halbschwester aus der Webelsgrunderin Anemone v. Sabary: Das Siegerfohlen von 2006 stellte sich dazu mit besonders vornehmen Manieren und in hohem Adel vor.

Mit dem in Tschechien geborenen BETEL xx hat ein außergewöhnlicher Englischer Vollblüter auf dem Webelsgrund Station bezogen. Insbesondere im Hinblick seiner Eigenleistung dürfte er die meisten seiner Rassegefährten in den deutschen Warmblutzuchten übertreffen: Mehr als 30 Siege und Platzierungen in Springprüfungen der Klasse S machen ihn als Sportpferdevereber besonders begehrlich. Kein Wunder, dass er die ihm gestellten Aufgaben über dem Sprung in vorbildlicher Weise erfüllte - dies sowohl im Freispringen als auch unter dem Sattel seiner Besitzerin Katarina Michlikova.

Auch unter dem Dressursattel brillierte an diesem Tag der "Amerikaner" Lord Luciano. Deutlich verbessert zeigte er sich vor allem in der Tragkraft seiner Trabbewegungen - sicherlich auch ein Verdienst seiner Reiterin Melanie Sandig. Die Schritt- und Galopptour zählt sowieso zu seinen Stärken. Mit aufmerksam gespitzten Ohren nahm er den großen Applaus entgegen und freute sich ungemein !

Dann wurde es feierlich: Immer wenn mit MICHELANGELO der Grandseigneur des Gestüts die Bühne betritt, verharren nicht nur einfache Pferdefreunde, sondern auch die Fachleute in Ehrfurcht. Der 22-jährige amtierende "Hengst des Jahres" (Z.: Gestüt Heinen, Bönninghardt) präsentierte sich einmal mehr in voller Vitalität und Jugendlichkeit an der Hand von Gestütsleiter Ekkehard Rönnefarth - auch ein Verdienst der "Webelsgrunder Menschen", ihn in solcher Form zu halten.

Auch IN PETTO zu sehen, bereitete große Freude: Mit Melanie Sandig zeigte der imponierende, lackschwarze Buddenbrock-Sohn (Z.: Hans-Joachim Scharffetter, Schwanewede) Dressurlektionen der Klasse S, besonders taktsicher, in sicherer und gleichzeitig feiner Anlehnung und hohem Schwingungsgrad. Ein Eindruck von Ästhetik, den das Paar verbreitete.

Die enge Zusammenarbeit mit dem Gestüt Heinen - Britta und Peter Heinen galt ein herzliches Willkommen - demonstrierten nicht nur die Darbietungen von Michelangelo und In Petto, auch POLARION, der den Schlusspunkt und den Höhepunkt der Schau bildete, war einmal im Gestüt Heinen stationiert. Markus Gribbe ließ es nicht nehmen, den Vater des Weltmeisters Grafenstolz höchstpersönlich zu präsentieren. Eine beeindruckende Kür auf höchstem Niveau, in der insbesondere die Sicherheit der hohen Lektionen und die von idealer Schulterfreiheit gekennzeichneten Bewegungen zu großem Applaus animierten. Mit dem athletischen Van Deyk-Sohn hat die englische Besitzerfamilie Bechtoldsheimer einen der interessantesten Sporthengste der Gegenwart auf den Webelsgrund geschickt.

Insgesamt eine Schau, die auch in Ablauf und Choreographie keine Wünsche offen ließ. Nicht wenige aus dem fachkundigen Publikum, die an diesem Tag ihre Entscheidung für die aktuelle Decksaison trafen.

Erhard Schulte


  Polarion